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2.4 Parodontologie

Bei Kiefer, Zähnen und Zahnfleisch gehört die Parodontitis (früher häufig fälschlich Parodontose) zu einer der häufigsten Erkrankungen. Dennoch wird sie oft zu spät oder gar nicht behandelt. Einer der Gründe ist sicher, dass die Parodontitis nicht immer mit Schmerzen einhergeht. Patienten sehen daher oft keinen Handlungsbedarf, wenn sich die Parodontitis durch eine ihrer typischen Vorstufen, die Gingivitis, ankündigt.

Bei einer Gingivitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnfleisches. Gekennzeichnet ist diese in der Regel durch tiefrotes statt rosafarbenes Zahnfleisches und häufiges Zahnfleischbluten. Oft reicht ein leichter Druck, ausgelöst durch das morgendliche Zähneputzen, schon aus, um das Zahnfleischbluten zu provozieren.

Ursächlich für die Gingivitis können Fehler in der Mundhygiene, aber auch verschiedene Grunderkrankungen sein. Diabetes zum Beispiel kann die Entstehung einer Gingivitis begünstigen, da beispielsweise die Mundflora nicht immer ideal ist und sich in diesen Fällen schädigende Bakterien im Mundraum besser vermehren können. Auch Raucher oder Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, gehören zu den Risikogruppen.

Wird die Gingivitis nicht behandelt, kann es in der Folge hiervon zu einer Parodontitis kommen. Dann treten nicht nur die oben genannten Symptome auf, sondern es bilden sich durch die anhaltende Entzündung auch sogenannte Zahnfleischtaschen. Gelangen die entzündungsverursachenden Bakterien in diese Taschen, ist der Weg zum Kiefer für sie frei. In vielen Fällen bildet sich dann das entzündete Zahnfleisch zurück. Gleichzeitig wird bei einer Parodontitis der Kieferknochen durch die Bakterien angegriffen und abgebaut. Der Zahnhalteapparat ist dann nicht mehr in der Lage, die Zähne fest im Kiefer zu halten und es kommt im letzten Schritt zum Zahnverlust.

Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, gibt es die Parodontologie.

In der Parodontologie gehen wir zunächst einmal der Ursache für die chronische Zahnfleischentzündung auf den Grund. Dazu gehört, dass wir weiche Zahnbeläge und harten Zahnstein entfernen und so zu einer besseren Mundhygiene beitragen. Gerne unterstützen wir Sie auch mit Tipps und Tricks zur täglichen Zahnpflege.

Zusätzlich gehört zur Parodontitisbehandlung das Reinigen der entstandenen Zahntaschen, in denen sich die schädigenden Bakterien angelagert haben. Sind die Zahnfleischtaschen zu ausgeprägt, ist gegebenenfalls auch ein operativer Eingriff zur Verkleinerung dieser angeraten.

Nach der Behandlung gilt es, ein erneutes Auftreten der Parodontitis zu verhindern. Hierfür verordnen wir kurzfristig bei Bedarf zunächst ein hocheffektives Antibiotikum, um besonders hartnäckige Bakterien abzutöten.

Langfristig empfiehlt sich neben einer optimierten Zahnpflege das Nutzen einer antibakteriellen Mundspülung.